Konstantin Wecker

"Stürmische Zeiten, mein Schatz"
   

Konstantin WeckerKonstantin Wecker, Jo Barnikel, Spring String Quartett:


Stürmische Zeiten, mein Schatz,
doch oft tragen die Stürme
Botschaften ferner Himmel in unsere Welt,
und es ist immer der Hochmut der prächtigsten Türme,
der allen voran in Staub und Asche zerfällt.


„Stürmische Zeiten, mein Schatz“ heißt das neue Programm von Konstantin Wecker, unterstützt von seinem langjährigen, kongenialen Begleiter, Jo Barnikel, und dem furiosen Spring String Quartett.
„Stürmische Zeiten, mein Schatz“ heißt außerdem ein aktuell im Piper-Verlag erschienener Lyrikband, das Buch zum Konzert quasi: die schönsten deutschen Liebesgedichte, ausgewählt von Konstantin Wecker.
„Stürmische Zeiten, mein Schatz“ könnte aber auch als schicksalsschwangeres Menetekel über dem derzeitigen Weltgeschehen geschrieben stehen. Die Krise des Kapitalismus kann zur Chance für eine bessere Welt werden, wenn wir, wie es im prophetischen Titelsong von 1994 heißt, im großen Getöse des Krisensturms die „Botschaften ferner Himmel“ nicht überhören.

Weckers Lieblinge über die Liebe
Als Botschafter dieser fernen Himmel fungieren neben Konstantin Wecker auch zahlreiche seiner geliebten Dichter, wie sie die Liebes-Anthologie bei Piper bevölkern: Goethe und Rilke, Lasker-Schüler, Ricarda Huch, Benn, Brecht und George werden das Bühnenprogramm um ihre lyrischen Einsichten rund um die Liebe bereichern. Aber auch Philosophen wie Michel Foucault oder Jiddu Krishnamurti sind mit längeren Textpassagen mit von der Partie, während das Spring String Quartett, Jo Barnikel und Konstantin auch musikalischen Liebeserklärungen klassischer Komponisten virtuos Ausdruck verleihen.
Den Kern des Programms bilden natürlich die zahlreichen Wecker-Liebeslieder – von älteren und neuen Klassikern wie „Bleib nicht liegen“, „Ich liebe diese Hure“, „Liebeslied im alten Stil“ und „Was immer mir der Wind erzählt“ bis hin zu verschollenen und verborgenen Perlen wie „Warum sie geht“ oder Konstantins „Schlaflied“ für seine beiden Söhne, Tamino und Valentin.

Aufforderung zum aktiven Hören
Wer nur konsumieren und sich berieseln lassen will, der ist bei diesem Wecker-Programm allerdings falsch geparkt. Mit „Stürmische Zeiten, mein Schatz“ nämlich führt Konstantin Wecker das Experiment einer wagemutig neuen Konzertform weiter.
Begonnen hat er es mit dem Programm „Ich gestatte mir Revolte!“ (2007). Von Publikum und Kritik einmütig gefeiert, bestach das Revolte-Programm durch eine rasante Mischung aus Literatur, Lyrik, Klassischer Musik, freier Improvisation und Wecker-Werk.
Wie Konstantin rückblickend sagt: „(...) waren wir am Anfang selber etwas unsicher, aber es hat sich bald herausgestellt, dass diese ehrgeizige Kombination bei den Leuten einen Nerv trifft. Ich merke überhaupt eine wachsende Bereitschaft zum aktiven Zuhören, eine Freude auch an der Komplexität, an der Konfrontation mit eher unbekannten künstlerischen Formen und Farben. Man will sich offenbar wieder mehr fordern lassen von der Bühne aus.“

Zwei Flügel, vier Streicher
Den Erfolg dieses ambitionierten Ansatzes garantiert rund um Konstantin Wecker eine Besetzung auf musikalischem Weltklasse-Niveau.
Jo Barnikel darf nach nunmehr 18 Jahren an Weckers künstlerischer Seite als bekannte Größe vorausgesetzt werden. Im aktuellen Programm darf man sich auf das virtuose Zusammenspiel des „musikalischen Liebespaares“ Wecker-Barnikel an zwei Konzertflügeln freuen.
Neben diesen beiden Großmeistern steht mit dem Spring String Quartett noch ein musikalisches Großereignis der Extraklasse auf der Bühne: Christian Wirth (Violine), Marcus Wall (Violine), Julian Gillesberger (Viola) und Stephan Punderlitschek (Violoncello) – das Starensemble im Grenzbereich zwischen Klassik, Jazz, Genie und Wahnsinn – werden neben neuen Interpretationen von Wecker-Songs auch klassische Werke und freie Improvisationen zu einem stürmischen Liebesprogramm beitragen.

“Stürmische Zeiten, mein Schatz” Die vorerst fünf Aufführungen dieses Programms versprechen ein gewaltiges Weckerleuchten in allen Farben des Regenbogens – einen ebenso anrührenden wie anregenden, furiosen wie verzaubernden Liebes-Abend.