Missa Mystica / Rachmaninow Vespern

Moskauer Kathedralchor
Leitung: Nikolay Azarov

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AD_Moskauer Kathedralchor 2016
AD_Nikolay Azarov 3 (c) Anton Vanke
Biografie Pressetext

Missa Mystica / Rachmaninow Vespern

09. - 24. März 2019
"Missa Mystica" – das sind die schönsten Stimmen Russlands. Darunter die Oktavisten, die tiefsten Bässe der Welt, von denen es weltweit nur eine Handvoll gibt. Mit griechischen und gregorianischen Kirchenliedern aus der Frühzeit des Christentums sowie mit den eindrucksvollsten und in musikalischer Vollkommenheit gesungenen Chorälen der russisch-orthodoxen Liturgie wird dieses eindrucksvolle und einmalige a cappella-Konzert gestaltet.

Mit ihrem Programm „Missa Mystica“ verbinden die 40 Sängerinnen und Sänger die langen Traditionen des westlichen und des östlichen Kirchengesangs miteinander und schlagen damit auch eine Brücke zwischen den Kulturen in Ost und West. Nach über 70 Jahren künstlicher und atheistischer Ideologie des Kommunismus kehrten die Russen Ende des letzten Jahrhunderts zu ihren über 1.000 Jahre alten Wurzeln, zu ihrem tiefen russisch-orthodoxen Glauben zurück, der in jedem der Gesänge eindrucksvoll zum Klingen gebracht wird.
Es ist ein bewegender musikalischer Gang durch das Kirchenjahr, dessen Ablauf – so der musikalische Inhalt der „Missa Mystica“ – zum Spiegelbild des menschlichen Lebens wird. Die Gesänge der einzelnen Festtage, die bereits durch ihre textliche Vielfalt faszinieren, werden a capella vorgetragen, da die russisch-orthodoxe Liturgie keine Instrumente verwendet. Das geistliche Konzert beginnt mit griechischen und gregorianischen Gesängen – einem einstimmigen Solo- oder Chorgesang mit vielseitiger rhythmischer Differenzierung, dessen formale Gliederung sich durch Textphrasierung und Wiederholung einzelner Melodieabschnitte gestaltet. In diesem einstimmigen Gesang sind auch die Anfänge der russischen Kirchenmusik begründet, die jedoch mit dem Übergang zur abendländischen Mehrstimmigkeit eine ganz eigene Musikkultur hervorgebracht hat, die weltweit völlig einzigartig ist.
So folgen anschließend mehrstimmige Gesänge der russisch-orthodoxen Tradition mit Kompositionen von Dmitri Stephanowitsch Bortnjanski (1751-1825), Kapellmeister der russischen Hofkapelle Katharina der Großen, sowie Werke von Rachmaninov, Prokofiev, Zinowjev, Archangelskij, Tschesnokov u.a.. Der Moskauer Kathedralchor, der weltweit zu den besten seines Fachs gezählt wird, setzt sich aus professionellen Sängerinnen und Sängern zusammen. Mit dabei werden als Solisten auch Oktavisten sein (insgesamt 40 Sängerinnen und Sänger).

Alternativ zur Missa Mystica bietet der Moskauer Kathedralchor auf der Tournee im Frühjahr 2019 auch ein Programm mit den bekannten Vespern op. 37 von Sergej Rachmaninov an. Es ist wohl eines der schwierigsten und zugleich schönsten Werke der russischen Chorliteratur. Die liturgische Vorlage ist der Gottesdienst am Vorabend kirchlicher Feiertage und besteht aus einer Abfolge von Gebeten, Lesungen und Gesängen. Rachmaninow gelang es, in seiner Komposition für Chor a cappella originale Kirchengesänge mit Neuschöpfungen zu einer Einheit zu verschmelzen und eine solche emotionale Tiefe zu erreichen, dass der Vesper bei ihrer Uraufführung im Jahre 1915 ein triumphaler Erfolg beschieden war.