Francesco Tristano

Long Walk – Tristano plays Buxtehude, Bach, Tristano

Mo., 26. November 2012
20:00 Uhr

Francesco Tristano
Long Walk – Tristano plays Buxtehude, Bach, Tristano

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Tristano übersetzt mit seinem Konzertprogramm „Long Walk“ die Musik des Barock ins Jetzt. Einen langen Marsch nahm der 20-jährige Johann Sebastian Bach 1705 auf sich: Fast 400 Kilometer ging er zu Fuß von Arnstadt nach Lübeck, um Dietrich Buxtehude bei seinem berühmten Orgelspiel zuzuhören. Aus der für einige Wochen geplanten Reise wurde ein dreimonatiger Studienaufenthalt, Buxtehude wurde Bachs Lehrer. Dietrich Buxtehude (1637-1707) ist der wohl bedeutendste Komponist des deutschen Frühbarock. Als Kantor der Marienkirche zu Lübeck besetzte er einen der wichtigsten Posten als Musiker in Deutschland. Seine Musiksprache zeichnet sich durch ihren Fantasiereichtum und ihre harmonische Kühnheit aus. Francesco Tristano stellt Buxtehudes wichtigstes Klavierwerk ins Zentrum seines neuen Albums: Die Aria „La capricciosa“, 32 Variationen über das Volkslied „Kraut und Rüben“.
Der Aufenthalt bei Buxtehude beeinflusste Bachs musikalisches Schaffen nachhaltig. Das belegt im Besonderen eines seiner berühmtesten Spätwerke, die „Goldberg-Variationen“. Wie „La capricciosa“ in G-Dur geschrieben, sind beide Stücke in ihrer Form identisch und weisen zahlreiche musikalische Parallelen auf. In der letzten Variation, dem „Quodlibet“, zitiert Bach das „Kraut und Rüben“-Thema gar als Hommage an seinen Lehrer.
1974 wurde in Bachs persönlichem Manuskript der „Goldberg-Variationen“ eine Appendix gefunden, 14 Kanons über die ersten acht Basstöne der „Aria“, heute bekannt als BWV 1087. Diese raffinierten Miniaturen hat Francesco Tristano in seiner Komposition „Long Walk“ kombiniert, „remixed“ sozusagen, und somit die spielerische Dimension von Bachs gelehrter Kontrapunktik erschlossen. An eine andere barocke Tradition knüpft Tristano mit seiner zweiten Eigenkomposition auf diesem Album an: „Ground Bass“ ist im Kern nichts anderes als eine Chaconne, eine Variationenfolge über einem ostinaten Bassfundament, wie Buxtehude sie drei Jahrhunderte früher mit seiner „Ciaccona“ BuxWV 160 schuf.