Carnegie Hall Memories

Andrej Hermlin and his Swing Dance Orchestra

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Carnegie Hall Memories


Benny Goodmans concert at the Carnegie Hall on January 16, 1938

Am 16. Januar 1938 betrat ein junger Mann mit seinen Musikern sichtlich nervös die Bühne der ausverkauften Carnegie Hall. Benny Goodman hatte dieses Konzert nicht geben wollen. Der berühmte Mäzen John Hammond, dessen Schwester Alice Benny Goodman später heiraten sollte, und einige eifrige Agenten hatte ihn dazu überredet.

Der erste Auftritt einer Jazzband in dieser ehrwürdigen New Yorker Konzerthalle, in der sonst ausschließlich klassische Töne zu hören waren! Vor Hunderten Zuhörern spielte der in einen Frack gekleidete Benny Goodman das Konzert seines Lebens.

Seine Big Band hatte in jenen Tagen ihren Zenit erreicht, über eine derart hochkarätige Besetzung sollte Goodman nie wieder verfügen. Neben dem Orchester spielten das Trio und das Quartett – mit Lionel Hampton am Vibraphon und Teddy Wilson am Klavier. Beide Musiker waren Afroamerikaner, ihr Erscheinen in der Carnegie Hall glich damals einer Sensation. Martha Tilton sang „Loch Lomond“ und „Bei mir bist du schoen“ – Count Basie, Buck Clayton, Lester Young und andere Jazzmusiker vereinigten sich mit der Goodman-Band zu einer Jam Session über „Honeysuckle Rose“.

Die unerwartete Begeisterung des eher konservativen Publikums rissen Benny Goodman und seine Band mit – ein Glück für die Nachwelt, dass John Hammond das Konzert hatte mitschneiden lassen: Bis heute gehört das Album mit den Aufnahmen jenes Abends in der Carnegie Hall zu den meistverkauften Jazzproduktionen überhaupt und wird immer wieder neu aufgelegt.

Als Kind hörte Andrej Hermlin diese Aufnahmen wieder und wieder, träumte von einer Band wie jener, mit der Benny Goodman in der Carnegie Hall seinerzeit Triumphe gefeiert hatte. Inzwischen leitet Andrej Hermlin das international überaus erfolgreiche SWING DANCE ORCHESTRA und gilt als deutscher „King of Swing“. Erst kürzlich ging für ihn ein Lebenstraum in Erfüllung: Andrej Hermlin gastierte mit seinem Orchester in New York. Die Band spielte zum „Midsummer Night Swing“ vor 3.000 Swingfans auf der Lincoln Plaza, im weltberühmten „Rainbow Room“ und im legendären Hotel „Pennsylvania“. Fast folgerichtig, dass sich Andrej Hermlin nach den Erfolgen seines Orchesters in New York etwas besonderes vorgenommen hat – die Neuaufführung des Carnegie Hall Konzertes – zum ersten Mal in Deutschland überhaupt ! Kein geringerer als Dan Levinson – der wohl versierteste Klarinettist New Yorks – wird die Big Band Andrej Hermlins dabei verstärken. Auch das Trio und das Quartett ( mit dem aus Österreich stammenden Vibraphonisten Roland Neffe ) werden zu hören sein.

Dabei geht es weniger um eine notengenaue Kopie des Carnegie Hall Konzertes. Im Vordergrund soll bei „CARNEGIE HALL MEMORIES“ vielmehr die Atmosphäre des damaligen Abends stehen – und das Programm des Carnegie Hall Konzertes, gerade auch im Sound authentisch vorgetragen von jungen Swingmusikern unserer Tage. Das äußere Erscheinungsbild des Orchesters wird jenem der damaligen Goodman-Band weitgehend entsprechen. Ein faszinierendes Konzert also für all jene, die sich in die Zeit der großen amerikanischen Swing – Orchester versetzen lassen wollen.

Im Oktober 2004 erschien bei BMG das dazugehörige, in Kooperation mit dem NDR produzierte, Album.

In der gegenwärtigen Renaissance dieser Musik ist „CARNEGIE HALL MEMORIES“ eine seltene Gelegenheit, die Ursprünge der „Swingära“ kennen zu lernen.

Carnegie Hall Memories
Andrej Hermlin and his Swing Dance Orchestra