Im Fokus: Anastasia Kobekina
Die aufstrebende Cellistin gewährt im Interview persönliche Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen. Sie spricht über ihren Umgang mit Social Media und stellt eines ihrer neuen, innovativen Projekte vor.
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„Jacqueline du Pré hat mich sehr inspiriert, als ich angefangen habe, Cello zu spielen.“
MünchenMusik: Freust du dich, im April ins Prinzregententheater zurückzukehren?
Anastasia Kobekina: Das Prinzregententheater ist für mich ein ganz besonderer Ort, weil ich dort mein Album-Release „Venice“gespielt habe. Es war wirklich unvergesslich, weil es mein erstes Album bei Sony war, über Venedig, eine Stadt, die ich so liebe. Und nachdem ich diese Werke nur im Studio gespielt habe, ohne Publikum, diese Musik zum ersten Mal mit Menschen zu teilen, das war ein sehr bewegender Moment.
Auf dem Programm steht nun Elgars Cellokonzert. Was zeichnet das Werk aus?
Ich liebe dieses Konzert, weil es einfach immer anders ist. Diese Musik bleibt immer aktuell, weil man damit so viel sagen kann. In diesem Stück steckt so viel Emotionen, die man vielleicht nicht mit Worten ausdrücken kann, aber mit Musik kann man das. Jacqueline du Pré hat dieses Konzert zu einem der berühmtesten Konzerte für das Cello gemacht. Ihre Art zu Spielen hat mich sehr inspiriert als ich klein war, als ich angefangen habe, Cello zu spielen. Und ich wollte immer so direkt, so ehrlich spielen.
Am 20. April steht Aziz Shokhakimov am Pult. Was schätzt du an ihm?
Er hat unglaubliche Energie und diese Kraft, den Moment zu gestalten und diesen Willen, das Beste aus uns allen herauszuholen und diese Klangwelle von der Bühne in den Saal zu leiten.
„Social Media gibt das Gefühl, einen zu ‚kennen‘. Dadurch ist es einfacher, ins Konzert zu kommen.“
Du bist eine sehr nahbare Künstlerin. Wünschst du dir manchmal Abstand von der Öffentlichkeit?
Das Leben eines Musikers ist voller Kontraste, extrovertiert auf der Bühne zu sein und danach ganz alleine im Hotelzimmer oder beim Üben zu sein. Vielleicht macht genau das einen süchtig nach diesem Beruf. Das Leben ist nie langweilig.
Du teilst viel Privates auf Social Media. Wie wichtig ist dir diese Präsenz abseits der Bühne?
Unsere Welt ist geprägt von persönliche Geschichten. Social Media ist nur ein Medium, um meine persönliche Geschichte zu erzählen und vielleicht diese Brücke zu Menschen zu schlagen. Zu sagen, dass es nicht nur den Auftritt auf der Bühne gibt, der so perfekt aussieht, alles ein bisschen inszeniert. Das Leben passiert auch dazwischen. Ich möchte gerne meine Passion für andere Sachen teilen, für Kunst, für Fotografie. Und es gibt diesen Effekt, dass Social Media das Gefühl gibt, einen zu kennen. Dadurch ist es glaube ich einfacher, ins Konzert zu kommen.
Wie wichtig ist dir künstlerische Vielfalt in deinen Konzerten – auch bei anderen Projekten?
Für mich ist das so wichtig, wie die Luft oder das Wasser, verschiedene Projekte auszuprobieren, andere Formate. Klassische Musik ist die Definition von Tradition, aber nicht nur. Es gibt so viele Wege, die Musik zu kommunizieren, zu erleben. Gerade ist für mich ein Projekt mit der Choreografin und Tänzerin Sasha Waltz eine Quelle der Inspiration. Wir sind zu zweit auf der Bühne. Sie tanzt selbst. Ich spiele auch im Laufen, im Stehen. Ich tanze zusammen mit ihr einen Moment. Dieses Treffen der Künste inspiriert mich sehr, weil in diesen Momenten des Aufeinandertreffens der Künste etwas Neues, etwas ganz Besonderes entsteht.
Wie wichtig sind Initiativen wie „Spot On“ für junge Talente
Initiativen von Veranstaltern wie MünchenMusik, neue Künstler und Künstlerinnen auf die Bühne zu bringen, ist was ganz Besonderes. Und das Wichtigste ist, neues Publikum in die Konzertsäle zu holen. Die Formate werden flexibler, anders. Und dadurch ist es auch absolut notwendig, neue Kräfte, neue Menschen mit solchen Konzepten zu präsentieren.
Vielen Dank, Anastasia. Wir freuen uns, dich im Konzert zu erleben!
Wann und wo findet das Konzert statt?
Das Konzert mit Anastasia Kobekina und dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg findet am 20. April 2026 im Prinzregententheater in München statt.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Wer wird auf der Bühne stehen?
Neben Anastasia Kobekina steht das Orchestre Philharmonique de Strasbourg unter der Leitung von Aziz Shokhakimov auf der Bühne.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Was steht auf dem Programm?
Elgars Cellokonzert wird vom Orchestre Philharmonique de Strasbourg umrahmt mit Ravels „Le Tombeau de Couperin“ und Tschaikowsky vierter Symphonie.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Wie kann man Tickets kaufen?
Tickets erhalten Sie direkt auf der Website von MünchenMusik. Für besondere Anliegen erreichen Sie uns auch telefonisch unter 089/936093