Im Fokus: Konstantin Krimmel
„Gerade einmal 28 Jahre ist Konstantin Krimmel alt, und schon gehört er zu den ganz Großen im Liedfach. Die Reife, Differenziertheit und Perfektion seines technisch schlichtweg brillanten Gesangs hinterließen einen tiefen Eindruck. Dabei wirkt seine Interpretationshaltung ganz natürlich, jedes Lied scheint erlebt, wird in seinem Ausdrucksgehalt erfasst und ausgelotet – und nicht zuletzt makellos textdeutlich deklamiert.“
Kronen Zeitung (2021)
An dieser Stelle wird ein Inhalt eines externen Anbieters wiedergegeben. Dabei werden personenbezogene Daten wie z.B. Ihre IP-Adresse an den Anbieter übermittelt. Der externe Anbieter kann diese auch dazu verwenden, Ihr Nutzungsverhalten mithilfe von Cookies oder anderen Tracking-Technologien zu Marktforschungs- und Marketingzwecken zu analysieren.
Die Übermittlung Ihrer Daten an den externen Anbieter wird so lange verhindert, bis Sie aktiv auf diesen Hinweis klicken. Technisch gesehen wird der Inhalt erst nach dem Klick eingebunden.
Ein Bariton mit besonderem Charisma
Der gebürtige Ulmer Konstantin Krimmel ist Mitglied der Bayerischen Staatsoper sowie Gewinner zahlreicher internationaler Auszeichnungen. Schon zu Studienzeiten entwickelte Krimmel eine besondere Liebe zum Konzert- und Lied-Repertoire, die gemeinsam mit seiner Verbindung von „Prägnanz einer makellosen Tiefe mit der Poesie eines lyrischen Tenors“ (Süddeutsche Zeitung) Publikum wie Kritiker fesselt. Im Gespräch mit MünchenMusik blickt der „Spot On“-Künstler mit der Pumuckl-Mütze auf zwei anstehende Konzerthöhepunkte in 2026 voraus.
Schuberts „Winterreise“ mit Konstantin Krimmel und Ammiel Bushakevitz
Konstantin Krimmel und Ammiel Bushakevitz sprechen über erschütternde wie tröstende Momente entlang der „Winterreise“, darüber, wie ein Liederabend die Kreativität jedes Einzelnen freisetzen kann, und erklären ihr nahezu blindes musikalisches Verständnis, das ihr Zusammenspiel prägt.
An dieser Stelle wird ein Inhalt eines externen Anbieters wiedergegeben. Dabei werden personenbezogene Daten wie z.B. Ihre IP-Adresse an den Anbieter übermittelt. Der externe Anbieter kann diese auch dazu verwenden, Ihr Nutzungsverhalten mithilfe von Cookies oder anderen Tracking-Technologien zu Marktforschungs- und Marketingzwecken zu analysieren.
Die Übermittlung Ihrer Daten an den externen Anbieter wird so lange verhindert, bis Sie aktiv auf diesen Hinweis klicken. Technisch gesehen wird der Inhalt erst nach dem Klick eingebunden.
„Ich muss selbst wahnsinnig aufpassen, dass es emotional nicht überhand nimmt.“
Was macht Schuberts Winterreise so besonders?
Konstantin Krimmel: Ich finde, es geht schon einfach wahnsinnig krass los mit diesem ersten Lied, was so unglaublich tröstend als auch erschütternd ist zugleich. Im Gegensatz zur Müllerin wird gleich von Anfang an gesagt: „Ja, aber das wird eigentlich nichts.“ Und das zieht sich dann in alle möglichen Gefühlswelten, von Hell bis Dunkel, durch diese ganzen Lieder, bis er dann am Ende da steht und diesen Spielmann sieht, und der sagt: „Komm mit mir, bei mir gehtʼs dir besser.“
Ammiel Bushakevitz: Und natürlich ist diese Figur, der Wanderer, der urromantische Typus, von Byron, von Heine, „Harzreise im Winter“, von Caspar David Friedrich und so.
Was sind Ihre Lieblingsmomente in der Winterreise?
Konstantin Krimmel: Es gibt so zwei Momente, in denen ich selbst auch immer wahnsinnig aufpassen muss, dass es emotional nicht irgendwie überhand nimmt. Das ist einmal die Krähe, das Lied Nummer 15. Ich hab da immer so ein Western-Bild im Kopf von jemandem, der in so einer völlig kargen Wüste steht, und über ihm fliegt halt der Geier und wartet halt, dass es jetzt irgendwann vorbei ist und er von einem selbst zehren kann. Und der andere Moment ist ziemlich am Ende des Wirtshaus. Wahrscheinlich das schönste Lied aus dem ganzen Zyklus, gerade die Harmonien und die ganze Klavierbegleitung. Da ist eigentlich so der Moment, wo er sagt: „Ich kann nicht mehr, ich bin einfach körperlich müde, ich bin geistig müde, ich möchte jetzt nicht mehr weiter. Darf ich hier bleiben?“ Und dann sagt das Wirtshaus: „Ne, wir sind voll.“
Ammiel Bushakevitz: Aber auch der Lindenbaum: Im Klavier hat man alles. Die ganze Natur wird im Klavier beschrieben, das Rauschen der Blätter und der Baum selber und der Wind, und es macht unheimlich viel Spaß, diese Motive zu spielen.
Was macht einen Liederabend aus?
Konstantin Krimmel: Es gibt eben nicht, wie in Filmen, wie in der Oper diese eine Inszenierungsidee und dieses eine Bild, sondern jeder muss einfach diesen Motor da oben anschmeißen. Und dann hoffe ich natürlich auch, dass ich das, was ich mir selber kreiere und vorstelle, dass ich das so entstehen lassen kann, dass das bildhaft wird für das Publikum. Ich hatte das einmal, da habe ich ein paar Loewe-Balladen gemacht, unter anderem „Odins Meeresritt“, dass eine Nonne im Publikum war, und sie hat gesagt, sie hat diesen Odin auf diesem Pferd gesehen. Und wie dieser Schmied rauskommt und dieses Hufeisen beschlägt, und dann sitzt da dieser Göttervater. Und dann dachte ich mir: „Dafür machʼ ichʼs.“ Dass die Leute danach mit diesen Bildern nach Hause gehen und so begeistert sind, dass sie sich denken: „Lied ist cool, das will ich wieder haben, gehe ich wieder hin.“
Was ist das Geheimnis eures Zusammenspiels?
Ammiel Bushakevitz: Er hört unglaublich gut zu. Wenn mein Tempo ein bisschen anders ist, dann ist er komplett dabei, dann muss ich mir gar keine Gedanken machen. Manchmal fängt er eine Phase an, dann merke ich sofort: „Okay, da wird jetzt nicht geatmet, wir machen jetzt zwei, drei Phasen ohne zu atmen.“ Und dann kann die Musik viel mehr fließen.
Konstantin Krimmel: Bei Ammiel weiß ich einfach zu 150 Prozent,
dass ich mir nicht auch noch Gedanken machen muss: „Oh je, ich fühlʼs gerade irgendwie anders und jetzt habe ich gerade diese Idee, ich glaubʼ, die ist ganz cool, wenn ich die jetzt machʼ, versteht er das, kommt er mit?“ Es ist kein Arbeiten und auch kein Erarbeiten, sondern es ist tatsächlich ein miteinander Musizieren von Anfang an.
Konstantin Krimmel über sein Konzert mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Christian Thielemann
Ein Gespräch über die Herausforderung, Orchesterlieder zu singen, über München und sein geliebtes Hobby: Das Wandern in den bayerischen Alpen.
An dieser Stelle wird ein Inhalt eines externen Anbieters wiedergegeben. Dabei werden personenbezogene Daten wie z.B. Ihre IP-Adresse an den Anbieter übermittelt. Der externe Anbieter kann diese auch dazu verwenden, Ihr Nutzungsverhalten mithilfe von Cookies oder anderen Tracking-Technologien zu Marktforschungs- und Marketingzwecken zu analysieren.
Die Übermittlung Ihrer Daten an den externen Anbieter wird so lange verhindert, bis Sie aktiv auf diesen Hinweis klicken. Technisch gesehen wird der Inhalt erst nach dem Klick eingebunden.
„Christian Thielemann ist der festen Überzeugung, dass man auch dieses Repertoire so deutlich singen kann wie ein Lied.“
Was ist das Besondere an den Orchesterliedern von Strauss?
Konstantin Krimmel: Nach Mozart, nach Schubert, Schumann ist Mahler, Strauss die nächste Stufe stimmtechnisch gesehen. Wenn es mit Orchester ist, ist das Orchester halt einfach schon mal sehr viel größer als bei Mozart. Da braucht es, finde ich, stimmlich einfach ein bisschen einen größeren Ansatz. Ich merke so langsam, dass es jetzt halt auch Spaß macht, weil ich jetzt die stimmliche Voraussetzung habe für dieses Repertoire und ich mich jetzt sehr freue auf die Lieder, auf diese Zusammenarbeit, weil es doch eine neue Welt ist, bei Strauss und Mahler zu entdecken.
Was ist die Herausforderung mit einem Orchester zu singen?
Es ist natürlich einfach was anderes. Du kannst im Liederabend ein bisschen freier sein, was Agogik angeht, was Tempi angeht. Mal ein bisschen vorausgehen, mal ein bisschen wieder zurücknehmen. Es ist sehr abhängig davon, wer da vorne steht und wer diesen Riesenapparat leitet. Das kann dann eben sehr, sehr erfüllend sein. Trotz dessen, dass da 150 Leute im Graben sitzen.
Was schätzen Sie an Christian Thielemann?
Was ich sehr schätze, ist, dass er unglaublich vom Text ausgeht. Er ist der festen Überzeugung, dass man auch dieses Repertoire so deutlich singen kann wie ein Lied. Und das fand ich sehr, sehr angenehm.
Was denken Sie über Ihre Gesangspartnerin Julia Kleiter?
Eine unglaublich tolle Sängerin, eine ganz sympathische Kollegin. Ich glaube, sie hat schon oft mit Thielemann zusammengearbeitet und sicherlich auch mit dem Orchester. Ich freue mich sehr, auch da viel zu hören, viel zu lernen, mir Sachen abzuschauen und auch auf den Austausch.
Was denken Sie über die Isarphilharmonie?
Ich bin ein großer Fan. Es hat eine ganz tolle Akustik. Man muss sich sicherlich auf den Raum an sich so ein bisschen einlassen, aber ich empfand es die letzten Male auf der Bühne sehr angenehm und gar nicht so, dass man irgendwie das Gefühl hat, ich müsse jetzt diesen großen Raum hier füllen sondern das geht dank der Akustik ziemlich von selbst. Ich glaube, das kann sehr schön wirken und sehr schön klingen.
Wie wohl fühlen Sie sich in München als Wohnort?
Schon sehr wohl, weil es einfach zum einen wahnsinnig schön ist hier. Zum anderen ist der Weg zu den Bergen sehr nah. Der Viktualienmarkt ist einfach ein Pluspunkt, was München hat. Und sonst ist natürlich der Englische Garten so eine grüne Oase mitten in der Stadt. Also da einfach durchzuradeln, durchzulaufen. Das macht es sehr attraktiv und sehr lebenswert.
Was bedeutet Ihnen das Wandern in den Bergen?
Es ist so ein Ruhepol einfach. Ich weiß dann: „Das geht jetzt einfach hier drei, vier Stunden nur den Berg hoch.“ Und da kommt man sehr zum Nachdenken, da kommt man aber auch sehr zur Ruhe. Weil dieses Sängerleben viel drinnen in Räumen stattfindet. Weil man immer dann doch in einer Gruppe ist, entweder in einer sehr kleinen Gruppe beim Lied oder in einer sehr großen Gruppe in der Oper. Es gibt quasi immer diesen sozialen Kontakt und da ist es dann ab und zu ganz schön, dem entfliehen zu können, mit sich selbst sich auseinanderzusetzen. Das geht, finde ich, am Berg sehr gut. Da schöpfe ich neue Inspiration, neue Energie für alles, was so dann in der Zukunft kommt.
Wann und wo finden die Konzerte mit Konstantin Krimmel statt?
Am 8.2.26 im Prinzregententheater erleben Sie Konstantin Krimmel mit seinem Klavierpartner Ammiel Bushakevitz in einem bewegenden Liederabend mit Schuberts „Winterreise“. Weitere infos finden Sie hier.
Am 16.4. in der Isarphilharmonie (Gasteig HP8) präsentiert der Bariton ausgewählte Lieder von Richard Strauss – gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Christian Thielemann. Weitere Infos finden Sie hier.
Welche Besetzung wird bei den Konzerten auf der Bühne stehen?
Beim Liederabend am 8.2.26 im Prinzregententheater ist Konstantin Krimmel im Duo mit dem Pianisten Ammiel Bushakevitz zu erleben. Weitere infos finden Sie hier.
Am 16.4.26 steht Konstantin Krimmel mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Christian Thielemann auf der Bühne der Isarphilharmonie (Gasteig HP8). Weitere Infos finden Sie hier.
Wie kann ich Tickets kaufen?
Tickets erhalten Sie direkt auf der Website von MünchenMusik. Für besondere Anliegen erreichen Sie uns auch telefonisch unter 089/936093