London

Sechs Londoner Spitzenorchester zu Gast in München

Traditionelle Monarchenresidenz, führende Finanzmetropole, kultureller Schmelztiegel sowie heißer Trendsetter für Mode, Lifestyle und – Musik. London ist laut, schillernd – eine Stadt der Gegensätze, die seit Jahrhunderten den Ton angibt. „Ding – dang – ding – dong ...“ Jedes Kind kennt den Glockenschlag des Big Ben genannten Uhrenturms am britischen Parlament. Das berühmte Motiv soll auf eine Arie von Georg Friedrich Händels „Messias“ – excuse me: George Frederick Handel’s „Messiah“ – zurückgehen. 

Doch Londons musikalischer Reichtum geht weit über berühmte Glockenschläge und die „Last Night of the Proms“, den Publikumsmagnet im Londoner Konzertkalender, hinaus. In keiner anderen Stadt der Welt ist die Dichte an herausragenden Klangkörpern so groß wie hier: London beheimatet nicht nur einige der bedeutendsten Pop- und Rocklegenden, sondern auch eine einzigartige Vielfalt an Weltklasse-Orchestern


In der Saison 2025/26 geben gleich sechs dieser Spitzenensembles ein Gastspiel in der Münchner Isarphilharmonie:

Chineke! Orchestra


London Philharmonic Orchestra


Philharmonia Orchestra London


Aurora Orchestra


London Symphony Orchestra


Academy of St Martin in the Fields

Vision

Das „Chineke! Orchestra“ steht wie kaum ein anderes Ensemble für den Wandel in der Klassik. Als erstes professionelles Orchester Europas mit überwiegend ethnisch vielfältigen Mitgliedern setzt es sich leidenschaftlich für mehr Diversität auf der Bühne ein. Sir Simon Rattle nannte die Gründung des Orchesters 2010 eine „zutiefst notwendige Idee“. 

Heute hat das Ensemble internationale Strahlkraft erlangt und ist nicht nur für Sir Simon Rattle ein Vorbild, sondern insbesondere für junge, schwarze Musikerinnen und Musiker, die ihren Platz in Europas Spitzenorchester suchen.

Repertoire

Bei der Auswahl seiner Werke legt das „Chineke! Orchestra“ höchsten Wert auf Vielfalt – beliebte Orchesterliteratur wird dabei häufig mit Kompositionen schwarzer oder außereuropäischer Komponistinnen und Komponisten kombiniert.

Zur Saison-Eröffnung am 10. Oktober 2025 liegt der Fokus auf Beethovens berühmtem Tripelkonzert, eingebettet in ein Repertoire mit energiegeladener Musik von noch seltener entdeckten Komponisten, die romantische Klangsprache mit westafrikanischer Melodik und Rhythmik verbindet.

Künstlerische Leitung 

Chi-chi Nwanoku ist nicht nur die künstlerische Leiterin, sondern auch Gründerin des „Chineke! Orchestra“. Die nigerianisch-irische Kontrabassistin hat sich einen internationalen Ruf als eine der besten Vertreterinnen ihres Instruments erspielt. 

Ihr künstlerisches und gesellschaftliches Anliegen: Schwarze und ethnisch vielfältige Musiker sollen auf die Bühne gehen und wissen, dass sie dazugehören, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Konzert zur Saisoneröffnung 2025/26 steht daher unter dem passenden Motto: „Ein Fest der Begegnung“.

Vision

Das London Philharmonic Orchestra verfolgt das Ziel, als eines der führenden Orchester des 21. Jahrhunderts mit besonderer Exzellenz in mitreißenden Live-Erlebnissen und digitalen Konzertformaten zu begeistern. Das 1932 gegründete Ensemble möchte seine Tradition und sein Renommee pflegen, richtet aber dabei den Blick in die Zukunft und auf nachfolgende Generationen. 

So veranstaltet das Orchester jährlich fast 1000 Workshops und erreicht damit etwa 60.000 Menschen, darunter Schüler, Pensionisten, Familien und gesellschaftlich benachteiligte Menschen.

Repertoire

Seine ganze Größe und expressive Kraft entfaltet das LPO besonders bei der Aufführung großer Symphonien. Umso erwartungsvoller darf auf den 3. Dezember 2025 geblickt werden: 

Das durchweg romantische Programm mit italienischer (Elgar – „In the South“), französischer (Saint-Saëns) und russischer (Rachmaninow) Nuance lädt zum kollektiven Schwelgen ein.

Künstlerische Leitung

Edward Gardner steht seit 2021 am Pult des London Philharmonic OrchestraDer vielfach ausgezeichnete Brite dirigiert nicht nur internationale Spitzenorchester, sondern fördert mit seinem 2002 gegründeten Hallé Youth Orchestra auch junge Talente. 

Gardners musikalischer Partner beim Cellokonzert von Saint-Saëns am 3. Dezember 2025 ist der 26-jährige Sheku Kanneh-Mason – ein Künstler, der längst über den Status des Talents hinausgewachsen ist und heute zu den gefragtesten Cellisten seiner Generation zählt.

Vision

Das Philharmonia Orchestra gilt als digitales Vorzeigeensemble der Klassik: Mit 4K-Streaming, immersiven Klangformaten und Bildungsprogrammen erreicht es ein breites, oft neues Publikum – sowohl vor Ort als auch weltweit über soziale Medien. 

Selbst im All, an Bord der NASA-Sonde Voyager, darf eine Aufnahme des Orchesters von Beethovens fünfter Symphonie nicht fehlen. Und auf der Erde kann das Ensemble knapp fünf Millionen monatliche Hörer auf Spotify und 157.000 Abonnenten auf YouTube vorweisen.

Repertoire

Mit Vorliebe ergänzt das Philharmonia Orchestra Klassiker der Orchesterliteratur mit kreativen Projekten wie Themenkonzerten zum Klimawandel oder immersiven Konzerten. 

In diesem Sinne entfaltet sich auch am 27. Januar 2026 der interpretatorische Einfallsreichtum des Ensembles – mit Werken von Sibelius, Prokofjew und Rachmaninow.

Künstlerische Leitung

Santtu-Matias Rouvali pflegt als Dirigent des Philharmonia Orchestra einen dynamischen und körperbetonten Dirigierstil. 

Im skandinavischen Lahti geboren, spielte der mittlerweile 39-Jährige Finne als Percussionist unter anderem mit dem Finnischen Radio-Symphonieorchester, bis er sich mit Anfang 20 intensiv dem Dirigieren zuwandte. Eins ist sicher: Dem Konzert am 27. Januar 2026 wird es sicherlich nicht an rhythmischer Präzision fehlen.

Vision

Das Aurora Orchestra hat sich mit seiner einzigartigen Präsentationsform international einen Namen gemacht. Die Musikerinnen und Musiker spielen selbst komplexe Werke – etwa ganze Symphonien – auswendig und oft im Stehen. 

Ihr Ziel: Konventionen der Branche durchbrechen und einen möglichst direkten Zugang zum Publikum herstellen, damit die volle Intensität der Musik transportiert werden kann.

Repertoire 

Das Aurora Orchestra präsentiert populäre Orchesterwerke in ihrer Originalversion oder kombiniert diese mit anderen Kunstformen, von Lichtinstallationen über ganze Bühnenbilder bis hin zu tänzerischen Choreografien. 

Die progressiven Ansätze des Ensembles harmonieren besonders gut in Zusammenarbeit mit innovativen Künstlern wie Hayato Sumino, der nicht nur als virtuoser Pianist überzeugt, sondern auch als „Cateen“ mit 1,5 Mio. YouTube-Abonnenten regelmäßig sein Interesse an Klangexperimenten demonstriert. Am 22. April 2026 dürften die Beteiligten mit berühmten Klassikern wie Ravels „Boléro“ und Gershwins „Rhapsody in Blue“ die Isarphilharmonie zum Kochen bringen…

Künstlerische Leitung 

Nicholas Collon ist Gründer und künstlerischer Leiter des Aurora Orchestra und war wesentlich dafür verantwortlich, das Markenzeichen des auswendigen Vortrags in seinem Ensemble zu etablieren. 

Oft ohne Noten und im Stehen wird jeder Auftritt des britischen Klangkörpers zur Entdeckungsreise, während sich die Musik frei und ohne Zwischenmedium vom Ensemble auf das Publikum entfalten kann. Mit Collons tiefem musikalischen Verständnis und seiner eleganten Art des Dirigierens entsteht so ein Konzerterlebnis von besonderer Intensität – auch am 22. April 2026 in der Isarphilharmonie.

Vision

Das London Symphony Orchestra, gegründet 1904, gilt mit über 3000 Einspielungen als das aufnahmestärkste Orchester der Welt. Als ältestes Sinfonieorchester der britischen Hauptstadt veröffentlicht es seine Musik unter eigenem Label und engagiert sich ebenso dafür, klassische Musik für alle gesellschaftlichen Gruppen erlebbar zu machen. 

Wie das London Philharmonic Orchestra erreicht auch das LSO jährlich rund 60.000 Menschen – etwa durch Workshops, Projekte in Kinderkrankenhäusern oder Programme in lokalen Gemeinschaften.

Repertoire

Auf dem Spielplan des LSO stehen klassisches und zeitgenössisches Repertoire sowie Filmmusik. Unter anderem hat das Ensemble den offiziellen Soundtrack aller sechs STAR WARS-Episoden der Prequel- und Original-Trilogie aufgenommen. 

Auch das Drehbuch für den 29. April 2026 ist bereits geschrieben: Zunächst erklingt das von Zerrissenheit geprägte Cellokonzert von Elgar mit „Opus Klassik“- Preisträger Daniel Müller-Schott als Solisten des Abends, bevor es nach der Pause mit Tschaikowsky Symphonie Nr. 6 „pathetisch“ wird – ein Abend voller bewegender romantischer Musik.

Künstlerische Leitung

Sir Antonio Pappano ist der künstlerische Leiter des 1904 gegründeten London Symphony Orchestra – ein international gefragter Dirigent mit Wurzeln an den großen Opernhäusern und einer Karriere als Pianist und Korrepetitor. Der charismatische Dirigent sammelte über Jahrzehnte hinweg wertvolle Führungserfahrung – alleine 22 Jahre leitete er das Londoner Royal Opera House. 

Nach über 70 Einsätzen als Gastdirigent des LSO – seine erste Zusammenarbeit mit dem Ensemble geht auf das Jahr 1996 zurück – übernahm er schließlich offiziell das traditionsreiche Orchester als Chefdirigent zur Spielzeit 2023/24.

Vision

Die Academy of St Martin in the Fields gilt als Kammerorchester der Extraklasse und steht zugleich für soziales Engagement. Das Ensemble baut auf flache Hierarchien und fördert in Zusammenarbeit mit jungen Künstlern oder Ensembles deren interpretatorische Kreativität und künstlerische Autonomie. 

Zudem organisiert das Orchester Kammermusik-Projekte für junge Talente und engagiert sich für Menschen in prekären Lebenslagen – etwa durch musikalische Werkstätten mit obdachlosen Menschen.

Repertoire 

Die Academy of St Martin in the Fields ist das Orchester mit der kleinsten Besetzung unter den sechs Londoner Klangkörpern, die in der Isarphilharmonie gastieren. Als Kammerorchester ist das Ensemble besonders auf Barockmusik und Werke der Wiener Klassik spezialisiert, gespielt auf modernen Instrumenten. 

Auch am 5. Mai 2026 stehen Bach, Haydn und Mozart auf dem Programm im Zusammenspiel mit dem kongenialen Klavier-Duo Lucas und Arthur Jussen.

Künstlerische Leitung

Bei der Academy of St Martin in the Fields liegt die Verantwortung für den künstlerischen Ausdruck bei jedem einzelnen Ensemblemitglied – so deutlich wie sonst bei keinem der sechs Orchester. Das liegt zum einen an der kleineren Kammerbesetzung und zum anderen am Wesen des barocken und klassischen Repertoires.

Der Wechsel zwischen Solo- und Tuttipassagen erfordert Eigenverantwortung in der Gestaltung, die kontrastierenden Themen der Wiener Klassik benötigen einen transparenten Klang und Präzision. All das beherrschen die Musikerinnen und Musiker des Kammerorchesters par excellence. Am 5. Mai 2026 übernimmt der gefragte Konzertmeister Tomo Keller die musikalische Leitung des Ensembles.

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London Philharmonic Orchestra

Isarphilharmonie (Gasteig HP8)

Philharmonia Orchestra London

Isarphilharmonie (Gasteig HP8)

Aurora Orchestra

Isarphilharmonie (Gasteig HP8)

London Symphony Orchestra

Isarphilharmonie (Gasteig HP8)

Academy of St Martin in the Fields

Isarphilharmonie (Gasteig HP8)